Eine Bewehrung aus Carbon ist korrosionsbeständig, leicht und frei formbar. Die Betondeckung, die die Bewehrung vor Korrosion schützen soll, ist bei Carbonbeton mit ca. 5 mm deutlich geringer als beim Stahlbeton, wo die Betondecken eine Dicke von bis zu 6 cm aufweist. Dadurch können äußerst dünne Bauteile und Sanierungsschichten realisiert werden. Bei Bauteilen mit einem hohen Anspruch an eine lange Lebensdauer kann Carbonbeton zum Einsatz kommen. Außerdem ist Carbon elektrisch leitend, wodurch multifunktionale Bauteile z. B. mit integrierter Heizung realisiert werden können.

Somit ist der innovative Baustoff überall dort einsetzbar, wo ressourcen- und energieeffiziente, langlebige, platzsparende und multifunktionale Bauweisen benötigt werden. Dies betrifft vor allem die gesamte Bandreite des Bauwesens und umfasst neben dem Hoch- ebenfalls den Tief- und Ingenieurbau.

Im Bereich des Neubaus findet Carbonbeton vornehmlich da Anwendung, wo eine Reduzierung des Gewichts oder der Bauteildicken sowie eine Erhöhung der Dauerhaftigkeit von Vorteil sind. Zu nennen sind beispielsweise Brückentragwerke, Brückenkappen, Fertigteilgaragen, Fassaden und Wände in Büro- und Wohngebäuden aber auch Deckenplatten in Parkhäusern.

Im Bereich der Sanierung wird Carbonbeton verwendet, wenn die Tragfähigkeit von Bauteilen erhöht werden soll und gleichzeitig eine geringe Schichtdicken, eine möglichst geringe Erhöhung des Bauteilgewichtes oder der Erhalt des Bauwerksvolumens gewünscht wird. Auch im Bereich des Denkmalschutzes, bei dem die Optik des Bauwerkes erhalten bleiben muss, kommt Carbonbeton zur Erhöhung der Tragfähigkeit zum Einsatz. Als Beispiel können die Sanierung von Brücken, Industrieanlagen und Gebäuden genannt werden. Sowohl Silowände, Kanäle, Deckenplatten, Stützen und Dächer von denkmalgeschützen Gebäuden wurden bereits saniert.