Carbonbeton ist ein Verbundwerkstoff aus Hochleistungsbeton und einer Bewehrung aus Carbon.

Die Bewehrung aus Carbon gibt es stab- und mattenförmig. Die Carbonstäbe werden in einem Pultrusionsprozess meist mit runden Querschnitten und verschiedenen Durchmessern hergestellt.

Die Mattenbewehrung wird in einem textilen Prozess hergestellt, so dass diese oft auch die Bezeichnung Textil trägt. Der damit bewehrte Beton wird oft auch als Textilbeton bezeichnet. Bei der Herstellung von Carbongelege werden bis zu fünfzigtausend  Carbon- bzw. Kohlenstofffasern zu einem Garn zusammengefasst. Eine Kohlenstofffaser hat einen Durchmesser von etwa fünf Mikrometer, zehnmal dünner als ein menschliches Haar. Die Garne wiederum werden in einer Textilmaschine zu einem Gelege verarbeitet und mit einer stabilisierenden Beschichtung versehen. Die Fasern können zudem entsprechend der Kräfteverhältnisse so ausgerichtet werden, dass sie im Beton optimale Arbeit leisten. Im Beton sorgen sie für Leichtigkeit, Flexibilität und Stärke.

Der bisherige Baustoff Nummer 1, Stahlbeton, ist mit ca. 70 Millionen verbauten Kubikmetern im Jahr der wichtigste Baustoff Deutschlands. Um den Stahl vor Korrosion zu schützen, wird er mit einer dicken Betonschicht überdeckt. Nach Wasser ist Beton mit ca. 5 Milliarden m³ der am meisten verwendete Rohstoff.

Beton besteht aus Zement, Sand, Kies und Wasser. 1,6 Milliarden Tonnen Zement, 10 Milliarden Tonnen Gesteinskörnung (Sand und Kies) und eine Milliarde Tonnen Wasser pro Jahr werden weltweit für die Entstehung von neuen und der Sanierung von alten Gebäuden und Brücken verwendet.

Carbon ist der Grundbaustein des irdischen Lebens. Er lässt sich aus Pflanzen, Gesteinen und sogar Luft gewinnen. Zur Herstellung von Carbon wird aktuell noch Erdöl genutzt – da es preiswert und im Vergleich zu den benötigten Mengen unbegrenzt verfügbar ist.

Aktuelle Forschungen befassen sich u. a. mit Carbonherstellung aus Ligninen, also Holzabfallprodukten, die bei der Papierherstellung übrig bleiben. In ca. 5 Jahren sollte eine industrielle Herstellung möglich sein.

Der Materialwechsel zu Carbonbeton reduziert den Energiebedarf und den CO2-Ausstoß bei der Herstellung und Instandsetzung von Bauwerken um knapp 50 % und schont wertvolle Ressourcen.